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Allen Leuten recht getan ist eine Kunst die niemand kann. Diese Weisheit trifft gut auf den Umgang mit öffentlichen Grünflächen zu. Während es dem einen nicht blütenreich und wild genug sein kann, ist dem anderen blühender Löwenzahn schon ein Dorn im Auge. Überhaupt werden heute die unterschiedlichsten Ansprüche an Grünflächen gestellt. Sie sollen optisch etwas "hermachen", aber pflegeleicht sein. Man soll sich auf sie drauflegen und über sie drüberlaufen können. Gleichzeitig - und das ist heute vielen zum Glück auch sehr wichtig - sollen sie Lebensraum für Insekten sein und einen Beitrag zur Biodiversität leisten.

Blühflächen

An der Peripherie des Stadtgebiets sowie im Außenbereich wurden in den letzten Jahren etliche so genannte Blühflächen angelegt. Als eine der ersten Kommunen im Landkreis überhaupt und auch zusammen mit der Initiative "Blühender Landkreis Haßberge" des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege hat die Stadt Haßfurt Flächen für blütenbesuchende Insekten optimiert.

Schottergärten? - Nein danke!

Auf Antrag der Stadträtinnen Helene Rümer und Annette Marquardt (Bündnis 90 / Die Grünen / LfaU) hat sich der Bau- u. Umweltausschuss in seiner Sitzung am 7.5.2019 mit dem Thema der so genannten Schottergärten beschäftigt. Mit Sorge betrachten die Ausschussmitglieder deren wachsende Anzahl in den Haßfurter Baugebieten.

Was sind Schottergärten?

Schottergärten zeichnen sich dadurch aus, dass Steine das hauptsächliche Gestaltungsmittel sind. Pflanzen kommen nicht oder nur in geringer Zahl und mit sehr geringem Deckungsgrad vor. Häufig sind sie durch strengen Formschnitt künstlich gestaltet und sehr blütenarm.

Schottergärten unterscheiden sich deutlich von klassischen Stein- und Kiesgärten, bei denen die (durchaus blütenreiche) Vegetation im Vordergrund steht.

Das sind ihre Nachteile

Schotterflächen heizen sich im Sommer sehr stark auf. Sie wirken sich somit negativ auf das Mikroklima aus.

Derartige Flächen sind nur vermeintlich pflegeleicht. Bereits nach wenigen Jahren ist das Gegenteil der Fall. Durch den Eintrag von organischem Material (z.B. in Form von Laub, Blütenstaub oder Früchten) können nämlich trotzdem unerwünschte Pflanzen Fuß fassen, die sich aus dem Schotter nur schwer oder gar nicht mehr entfernen lassen.

Schottergärten leisten keinen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt, die immer mehr als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erkannt wird. Von fundamentaler Bedeutung für den ökologischen Wert eines Gartens ist das Pollen- und Nektarangebot für Insekten und damit das Nahrungsangebot für weitere Glieder der Nahrungskette.

Jeder kann etwas tun

Um Schottergärten im Rahmen der Bauleitplanung zu verhindern, bietet das Baugesetzbuch (BauGB) kaum Ansatzpunkte. Auf alle Fälle sollte verstärkt Aufklärung für Bauwerber betrieben werden und Grundstückseigentümer angehalten werden, aus den oben genannten Gründen auf Schottergärten freiwillig zu verzichten bzw. diese zurückzubauen.

Insgesamt muss an die Vernunft der Bauwerber appelliert werden. Einen sicheren Schutz vor schlechtem Geschmack und vor Sorglosigkeit im Umgang mit der Umwelt gibt es freilich nicht.

Also: Gestalten Sie Ihren Garten bitte möglichst naturnah und blütenreich.

Verwenden Sie bevorzugt heimische, blütenreiche Pflanzen, die Pollen und Nektar spenden. Bitte schaffen Sie Nistgelegenheiten z.B. in Form von Vogelnistkästen oder in Form von Nisthilfen für Insekten. Erhöhen Sie den Strukturreichtum in Ihrem Garten, indem Sie Laubhaufen belassen und Totholz aufschichten.

Ansprechpartner

Dietmar Will
Stadt Haßfurt
Bauverwaltung
Hauptstraße 5
97437 Haßfurt

Telefon: (09521) 688-134
Telefax: (09521) 688-281
E-Mail: dietmar.will@hassfurt.de