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Bewerbung und Auszeichnung

Über die Kampagne Fairtrade-Towns

Fairtrade-Towns ist eine weltweite Kampagne, ausgerichtet von Fairtrade. Ziel ist eine Steigerung des Bewusstsein für den fairen Handel und die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas - dem sogenannten "Globalen Süden". Fairtrade ermöglicht den dortigen Produzent*innen und Arbeiter*innen eine Verbesserung Ihrer Lebensbedingungen, über Faire Bezahlung und Handelspraktiken, Ausbildung, Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit bis zum Umweltschutz. Weltweit existieren über 2.000 Fairtrade-Towns. In Deutschland wird die Kampagner durch TransFair e.V. geleitet und umfasst über 700 Städte. Fairtrade-Towns engagieren sich für fairen Handel und ein nachhaltiges Leben. Der Status "Fairtrade-Town" ist das Ergebnis eines erfolgreichen Zusammenschlusses von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich gemeinsam lokal für den fairen Handel stark machen. Um den Titel Fairtrade-Town führen zu dürfen, muss eine Kommune fünf Kriterien erfüllen und das Engagement auch fortwährend weiterführen.

Kampagnen-Website:fairtrade-towns.de

Haßfurt auf der Kampagnen-Website: hassfurt.fairtrade-towns.de

Fünf Kriterien zur Fairtrade-Stadt

Die Kriterien für die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt sind: Die Gründung einer Steuerungsgruppe zur Koordinierung der Aktivitäten, ein offizieller Ratsbeschluss zur Beteiligung an der Kampagne, eine bestimmte Anzahl an Verkaufsstellen und Gastronomie, die faire Produkte anbieten, teilnehmende Glaubensgemeinschaften und Schulen sowie mediale Berichterstattung über die Aktionen zum Fairen Handel.

Ablauf der Bewerbung

  • Mitte 2019   Start der Bewerbung als Fairtrade-Town und sammeln der benötigten Unterstützung der Akteure vor Ort durch den Stadtmanager Marc Heinz
  • 15. Juli 2019   der Stadtrat beschließt einstimmig, der Kampagne beizutreten
  • 14. Januar 2020   erstes Treffen der Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertretern der Kommune, lokalen Unternehmen und Schulen
  • 14. April 2020   positive Rückmeldung durch TransFair e.V. und Vorbereitung der Auszeichnungsfeier
  • 10. November 2020   offizielle Auszeichnung zur "711. Fairtrade-Stadt", die Präsenzfeier konnte wegen der Corona-Pandemie leider nicht stattfinden aber digitale Inhalte veröffentlicht und Give-Away-Tütchen versandt

Steuerungsgruppe Fairtrade-Town

Die Aktivitäten rund um die Fairtrade-Stadt Haßfurt werden von einer Steuerungsgruppe koordiniert. Sie organisiert auch eigene Aktionen und Veranstaltungen, zum Beispiel im Rahmen der Fairen Woche, einer bundesweiten Aktionswoche zum Fairen Handel. Die Bildung einer Steuerungsgruppe ist außerdem Kriterium für die Erfüllung der Voraussetzungen des Titels Fairtrade-Town. Die Steuerungsgruppe trifft sich meist einmal im Quartal, im Vorfeld von Aktionen auch häufiger. Die Steuerungsgruppe freut sich über neue Impulse, Ideen und Anregungen. Sehr gerne kann sich auch persönlich in die Steuerungsgruppe eingebracht werden, da sie einen offenen Zusammenschluss von Engagierten darstellt.

Derzeit sind in der Steuerungsgruppe vertreten:
Erster Bürgermeister Günther Werner (Stadt Haßfurt)
Heidrun Kirste-Schiffler (Welt-Laden, Sprecherin der Steuerungsgruppe)
Marco Tonin (Inhaber Cafe-Bistro Bassanese)
Heike Heumann (Grundschule Haßfurt)
Heike Paul-Scheuring (Welt-Laden)
Johannes Ziegler (Pfarrer Evang.-Luth. Kirchengemeinde Haßfurt)
Christian Plott (Stadtmarketing Haßfurt)

Virtuelle Auszeichnungsfeier am 10.11.2020

Haßfurt wurde am 10. November 2020 als 711. Kommune mit dem Titel „Fairtrade-Stadt“ ausgezeichnet. Wegen des Lockdowns wurde die Auszeichnungsfeier statt im Präsenz-Format digital abgehalten. Das hat auch Vorteile: Nicht nur die ursprünglich geladenen Gäste, sondern alle Bürger*innen können sich fortan online unter  hassfurt.de/fairtrade-town zur Kampagne und über Anlaufstellen für faire Produkte sowie Aktionen informieren. Erster Bürgermeister Günther Werner dazu: „Mit der Auszeichnung als Fairtrade-Stadt wird das Engagement vieler Akteure in unserer Stadt gewürdigt. Sie alle helfen mit, die Welt ein bisschen fairer zu machen.“

Die Kampagne Fairtrade-Towns fördert gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene. Dass die Idee funktioniert, zeigt das große bundesweite Interesse von Kommunen jeder Form und Größe: „Was 2009 mit Saarbrücken als erster Stadt begann, hat einen Domino-Effekt ausgelöst“, sagte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender vom Verein TransFair, der die Kampagne in Deutschland trägt. Die Auszeichnung Haßfurts ist das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Städte und Gemeinden spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung globaler Entwicklungsstrategien. Die Kampagne Fairtrade-Towns bietet Kommunen mit den fünf Kriterien, die es zu erfüllen gilt, konkrete Handlungsoptionen. So sind Fairtrade-Towns auch wichtige Akteure für die Implementierung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen. Hier engagiert sich die Kreisstadt zusätzlich im „Pakt zur Nachhaltigen Beschaffung“ der Metropolregion Nürnberg.

Ein Ratsbeschluss zur Beteiligung war dabei auch der Anstoß zur „Fairtrade-Stadt“. Daneben werden in Stadtratssitzungen und im Bürgermeisterbüro fairer Kaffee und Orangensaft ausgeschenkt. Fair gehandelter „Stadt-Kaffee“ und „Stadt-Schokolade“ kann auch in der Touristinformation erworben werden. Ein noch größeres Angebot von fairen Produkten findet man seit 35 Jahren im Welt-Laden Haßfurt, der zugleich die Anlaufstelle für Fragen und Informationen zu Fairem Handel darstellt, im Reformhaus Braun sowie flächendeckend im Lebensmittel-Einzelhandel. Faire Floristik bietet Floranium Pudell, in der Gastronomie machen das Bistro-Cafe Bassanese und Cafe Kleine Auszeit mit. Die Katholische Pfarrgemeinde Unterhohenried veranstaltet regelmäßig einen Basar mit fairen Artikeln, in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Haßfurt wird beim Kirchenkaffee fairer Kaffee ausgeschenkt. Bildungsarbeit zum Thema leistet die Grundschule Haßfurt, zum Beispiel durch Fußbälle zum selber Nähen, die das Problem von Kinderarbeit im sogenannten Globalen Süden beleuchten. Fairtrade bietet hier durch strikte Regeln und höhere Einkommen für die Familien konkrete Hilfen. Auch in der Waldorfschule in den Mainauen laufen viele Aktionen: z.B. brachten 2019 Schüler*innen fairen Segel-Kaffee per Rad vom Hafen Hamburg zur Rösterei in Schweinfurt – ein Projekt, was auch große mediale Aufmerksamkeit fand.